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Bruch der Mittelhand (Mittelhandfraktur)

Bruch der Mittelhand (Mittelhandfraktur)

Ein Mittelhandbruch (Mittelhandfraktur) ist ein Bruch eines der fünf Mittelhandknochen, die das Handgelenk mit den Fingern verbinden. Sie bilden das knöcherne Gerüst der Handfläche und sind wesentlich für die Kraftübertragung beim Greifen und Zugreifen.

Mittelhandfrakturen entstehen häufig durch Stürze, direkte Schläge, Quetschungen oder Sportverletzungen. Besonders bekannt ist der Bruch des fünften Mittelhandknochens, der sogenannte Boxerbruch. Aber auch die übrigen Mittelhandknochen und insbesondere der erste Mittelhandknochen des Daumens können betroffen sein.

Ursache

Je nach Unfallmechanismus können Brüche am Kopf, Hals, Schaft oder an der Basis eines Mittelhandknochens entstehen. Man unterscheidet einfache, schräge, spiralförmige und mehrfragmentäre Frakturen sowie Brüche mit oder ohne Gelenkbeteiligung.

Ein Schlag mit der Faust führt häufig zu einer Fraktur am Hals des fünften Mittelhandknochens. Stürze oder Verdrehungen können dagegen Brüche des Schafts oder der Basis verursachen.

Eine besondere Bedeutung haben Brüche an der Basis des ersten Mittelhandknochens, da sie das Daumensattelgelenk betreffen können. Dazu zählen beispielsweise die Bennett- und die Rolando-Fraktur. Bei diesen Verletzungen ist eine möglichst genaue Wiederherstellung der Gelenkfläche wichtig, um die Funktion des Daumens zu erhalten und das Risiko einer späteren Arthrose zu reduzieren.

Beschwerden

Meist treten unmittelbar nach der Verletzung Schmerzen, eine Schwellung und häufig ein Bluterguss im Bereich der Hand auf. Das Zugreifen ist schmerzhaft und die Beweglichkeit der Finger kann eingeschränkt sein.

Bei verschobenen Brüchen kann eine sichtbare Fehlstellung entstehen. Manchmal wirkt ein Finger verkürzt oder der normalerweise deutlich tastbare Knöchel am Fingergrundgelenk ist abgeflacht.

Besonders wichtig ist eine mögliche Drehfehlstellung (Rotationsfehler). Dabei laufen die Finger beim Faustschluss nicht mehr parallel, sondern ein Finger kreuzt über oder unter den benachbarten Finger. Auch eine äußerlich wenig auffällige Fraktur kann eine solche funktionell störende Fehlstellung verursachen.

Knochenbrüche können sehr unterschiedliche Verlaufsformen haben: links dargestellt ist z. B. ein einfache Schrägfraktur, rechts ein typischer Bruch unterhalb des Köpfchens des Kleinfingermittelhandknochens – typisch nach einem Boxhieb

Diagnostik

Neben der klinischen Untersuchung ist das Röntgen der Hand in mehreren Ebenen die wichtigste Untersuchung. Dabei werden die Bruchform, eine mögliche Verschiebung, die Länge und Stellung des Mittelhandknochens sowie eine Gelenkbeteiligung beurteilt.

Bei komplexen oder gelenkbeteiligenden Frakturen kann zusätzlich eine Computertomographie (CT) erforderlich sein. Sie ermöglicht eine genauere Darstellung der Bruchstücke und der Gelenkflächen.

Besonders sorgfältig wird die Stellung der Finger beim Beugen untersucht. Eine Drehfehlstellung lässt sich häufig erst beim Faustschluss erkennen und ist für die spätere Handfunktion von großer Bedeutung.

Behandlung

Die Behandlung hängt davon ab, welcher Knochen gebrochen ist, ob der Bruch verschoben ist und ob die Fraktur stabil ist. Ziel ist es, die richtige Stellung wiederherzustellen und gleichzeitig eine möglichst frühzeitige, sichere Bewegung zu ermöglichen.

Konservative Behandlung:

Stabile, nicht oder nur gering verschobene Mittelhandfrakturen können häufig ohne Operation behandelt werden. Dazu wird die Hand mit einer geeigneten Schiene oder Orthese geschützt. Je nach Bruchform kann zusätzlich eine funktionelle Behandlung mit frühzeitiger Bewegung möglich sein.

Nicht jede geringe Achsabweichung muss operativ korrigiert werden. Die tolerierbare Fehlstellung hängt davon ab, welcher Mittelhandknochen betroffen ist und an welcher Stelle der Bruch liegt. Drehfehlstellungen werden hingegen in der Regel nicht toleriert, da sie die Greiffunktion erheblich beeinträchtigen können.

Regelmäßige klinische und radiologische Kontrollen stellen sicher, dass die Fraktur während der Heilung in einer guten Stellung bleibt.

Operative Behandlung:

Eine Operation kann notwendig sein, wenn der Bruch instabil, deutlich verschoben oder verdreht ist, wenn eine relevante Verkürzung vorliegt oder wenn eine Gelenkfläche nicht ausreichend genau wiederhergestellt werden kann.

Bei der Operation werden die Bruchstücke in ihre richtige Stellung gebracht und anschließend stabilisiert. Je nach Fraktur kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:

  • Kirschner-Drähte: Dünne Metallstifte, die die Bruchstücke vorübergehend in der richtigen Stellung halten.
  • Schrauben: Sie eignen sich insbesondere für bestimmte schräge oder spiralförmige Brüche und können eine stabile Fixierung ermöglichen.
  • Platten und Schrauben: Sie werden bei komplexeren, instabilen oder mehrfragmentären Frakturen eingesetzt.
  • Intramedulläre Fixierung: Bei geeigneten Bruchformen kann ein spezieller, kräftiger Draht innerhalb des Markraums des Mittelhandknochens zur Stabilisierung verwendet werden.

Die Wahl des Verfahrens hängt von der jeweiligen Fraktur ab. Ziel ist eine ausreichende Stabilität bei möglichst geringer Beeinträchtigung der umgebenden Sehnen und Weichteile.

Für die Frakturversorgung mit einer Platte stehen viele verschiedene Plattenmodelle zur Verfügung. Sie gewährleisten eine sehr stabile Fixierung, so dass der Finger schon frühzeitig mobilisiert werden kann

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung richtet sich nach der Bruchform und der Stabilität der Versorgung. Die Hand wird zunächst durch einen Verband oder eine Schiene geschützt. Gleichzeitig sollen die nicht betroffenen Gelenke möglichst früh bewegt werden.

Sobald es die Fraktur erlaubt, beginnt eine kontrollierte Mobilisation der Finger. Eine spezialisierte Handtherapie kann dabei helfen, Schwellungen zu reduzieren, Sehnenverklebungen zu vermeiden und die Beweglichkeit wiederherzustellen. Dadurch sollen Verklebungen der Sehnen, Gelenksteifigkeit und ein dauerhafter Bewegungsverlust vermieden werden. Hierfür ist eine handtherapeutische Behandlung notwendig. Das Handchirurgie-Zentrum Wien arbeitet mit der Österreichischen Gesellschaft für Handtherapie zusammen, TherapeutInnen können auf der Webpage der ÖGHT gesucht werden.

Vereinbaren Sie sich für die Behandlung eines Mittelhandbruchs einen Termin bei unserem Spezialisten OA Dr. Pessenlehner.

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