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Wide Awake Verfahren

Wide Awake Verfahren

Eine besonders schonende Form der örtlichen Betäubung

Entwickelt vom kanadischen Plastischen Chirurgen Dr. Donald Lalonde beschreibt das „Wide Awake Verfahren“ eine besondere Form der örtlichen Betäubung, die die handchirurgische Operationsmethode geradezu revolutioniert hat. Bis zu dieser Entwicklung war nämlich für die meisten handchirurgischen Eingriffe ein Abbinden des Armes am Oberarm erforderlich, um blutungsfrei operieren und somit feine Blutgefäße und Nerven in der Hand gut sehen zu können.

Beim Wide Awake Verfahren wird dem Betäubungsmittel ein weiteres Medikament (Adrenalin) zugesetzt, das die Blutgefäße für einige Stunden verengt – aber nur im zu operierenden Bereich an der Hand. Dadurch kann auch in örtlicher Betäubung ohne schmerzhaftes Abbinden des Arms weitestgehend blutungsfrei operiert werden. Eine zusätzliche Sedierung (Gabe von Beruhigungs- oder Schlafmitteln) ist überflüssig. Die Patientin bzw. der Patient kann die Operation entspannt und schmerzfrei erleben, die nun körperlich nicht belastend und daher äußerst schonend durchgeführt werden kann.

Trotz optimaler Schmerzausschaltung kann die Patientin/der Patient seine Finger auf Aufforderung bewegen. Dadurch kann der Arzt bei vielen Operationen sofort feststellen, ob der gewünschte Erfolg des Eingriffs bereits eingetreten ist. Arzt und PatientIn können somit vor dem Verschluss der Operationswunde gemeinsam bestätigen, dass das erwünschte Resultat erreicht wurde.

Dieses Betäubungsverfahren wurde in einer internationalen Multi-Center Studie an über 3.500 Patienten getestet. Bei keinem einzigen Patienten kam es zu Komplikationen – weder zu einer Durchblutungsstörung nach der Operation noch zu einer Aufnahme einer größeren Menge an Adrenalin in den Blutkreislauf. Auch in unserem Zentrum wird diese Betäubungsform seit über acht Jahren täglich eingesetzt – ohne einen einzigen Zwischenfall. Das Wide Awake Verfahren gilt daher als eine geprüfte und sehr sichere Betäubungsmethode.

Bei den minimal invasiven Operationen des Schnappfingers, des Karpaltunnelsyndroms, der Sehnenscheidenentzündung und weiteren Eingriffen kommt dieses Verfahren im Handchirurgie-Zentrum Wien mit sehr guten Erfahrungen und Ergebnissen zur Anwendung. Die meisten PatientInnen können kaum glauben, dass ein handchirurgischer Eingriff, vor dem sie nervös waren und manchmal sogar Angst hatten, dank „Wide Awake“ völlig schmerzfrei und entspannt abläuft.

Dr. Lalonde mit Dr. Kitzinger
Der Entwickler des Wide Awake Verfahrens, Dr. Donald Lalonde, mit Prof. Kitzinger auf dem europäischen Handchirurgenkongress (FESSH) 2018 in Kopenhagen.

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