Ganglion am Fingerendgelenk
Eine Mukoidzyste ist eine mit eingedickter Gelenkflüssigkeit gefüllte Ausstülpung, die meist über dem streckseitigen Endgelenk eines Fingers oder des Daumens entsteht. Ursache ist in der Regel eine Arthrose des betroffenen Fingergelenks. Die Zyste steht direkt mit dem Gelenk in Verbindung und kann sich als deutlich sichtbare Vorwölbung unter der Haut zeigen.
Obwohl eine Mukoidzyste äußerlich häufig wie eine kleine Hautblase oder ein oberflächlicher Knoten wirkt, liegt ihr Ursprung im darunterliegenden Gelenk. Bei längerem Bestehen kann die Zyste auch das Wachstum des Fingernagels beeinflussen. Typisch ist beispielsweise eine längs verlaufende Rinne oder Verformung des Nagels. Je nach Größe und Lage kann die Mukoidzyste unterschiedlich stark ausgeprägt sein und für Betroffene vor allem durch ihre sichtbare Lage am Finger störend wirken.

01 | URSACHE / ENTSTEHUNG
Bei einer Arthrose des Fingerendgelenks können sich kleine knöcherne Ausziehungen am Gelenk bilden. Diese reiben von innen an der Gelenkkapsel und können sie zunehmend ausdünnen. Hält die Kapsel dem Druck der Gelenkflüssigkeit schließlich nicht mehr stand, wölbt sie sich nach außen vor – eine Mukoidzyste entsteht.
Die Zyste ist somit keine isolierte Veränderung der Haut, sondern steht direkt mit dem betroffenen Gelenk in Verbindung. In ihrem Inneren befindet sich eingedickte Gelenkflüssigkeit. Die zugrunde liegende Arthrose ist daher ein wesentlicher Bestandteil des Krankheitsbildes.
Mukoidzysten nicht selbst aufstechen
Eine Mukoidzyste sollte nicht selbst eröffnet oder aufgestochen werden. Über die Verbindung zum Gelenk können dabei Bakterien eindringen und eine eitrige Gelenkentzündung verursachen. Das alleinige Aufstechen beseitigt außerdem nicht die Ursache der Zyste und führt daher nicht zu einer dauerhaften Abheilung.

02 | BESCHWERDEN & DIAGNOSTIK
Oft verursacht eine Mukoidzyste zunächst keine Schmerzen und fällt lediglich als kleiner Knoten am Finger auf. Mit zunehmender Größe kann sie jedoch Druckbeschwerden verursachen, insbesondere beim Anstoßen oder bei bestimmten Tätigkeiten.
Typische Veränderungen sind:
- eine rundliche, pralle Schwellung nahe dem Fingerendgelenk
- eine dünne, gespannte oder glänzende Haut über der Zyste
- Druckschmerzen oder Beschwerden durch die zugrunde liegende Arthrose.
- eine Rille oder Verformung des Fingernagels, wenn die Zyste auf die Nagelwurzel drückt.
- gelegentlich ein spontanes Aufplatzen mit Austritt von klarer, gallertartiger Flüssigkeit.
Aufgrund ihres charakteristischen Aussehens lässt sich eine Mukoidzyste meist bereits bei der klinischen Untersuchung erkennen. Häufig ist auch die zugrunde liegende Arthrose durch eine Verbreiterung des Fingerendgelenks sichtbar.
Wenn der Zustand des Gelenks genauer beurteilt werden soll, kann eine Röntgenaufnahme des Fingers Aufschluss über die arthrotischen Veränderungen geben.
03 | BEHANDLUNG
Bei einer Mukoidzyste muss nicht nur die sichtbare Zyste berücksichtigt werden. Entscheidend ist ihre Verbindung zum arthrotisch veränderten Fingerendgelenk. Das alleinige Eröffnen oder Aufstechen der Zyste stellt daher keine dauerhafte Behandlung dar.
Ziel der Behandlung ist es, die Mukoidzyste vollständig zu entfernen und gleichzeitig die zugrunde liegende Verbindung zum Gelenk zu berücksichtigen. Auf diese Weise lässt sich das Risiko eines erneuten Auftretens verringern und die Ursache der Veränderung gezielt mitbehandeln.
Die Operation wird ambulant in einem Operationssaal unsere Zentrums oder als tagesklinischer Eingriff in einem Privatspital in Wien durchgeführt.
Operative Behandlung
Bei der Operation werden die Mukoidzyste, die ausgedünnte Haut und der Verbindungsgang zum Gelenk vollständig entfernt. Zusätzlich werden kleine knöcherne Ausziehungen am Gelenk geglättet.
Da die Haut über der Streckseite des Fingers nur wenig beweglich ist, kann der entstandene Hautdefekt häufig nicht direkt verschlossen werden. Zur Deckung wird deshalb ein kleiner Hautverschiebelappen vom streckseitigen Mittelglied desselben Fingers verwendet.
04 | NACHBEHANDLUNG & VERLAUF
Nach der Operation wird der Finger für etwa zwei Wochen mit einem Fingerschlauchverband geschützt. Dadurch wird der operierte Bereich geschont und die Wundheilung unterstützt. Nach rund zwei Wochen können in der Regel auch die Fäden entfernt werden.
In dieser ersten Heilungsphase sollte der operierte Finger entsprechend der ärztlichen Empfehlung geschützt werden. Die weitere Nachbehandlung richtet sich nach dem individuellen Heilungsverlauf und dem bei der Operation erforderlichen Hautverschluss.

05 | FRAGEN & ANTORTEN
Was ist eine Mukoidzyste?
Eine Mukoidzyste ist eine mit eingedickter Gelenkflüssigkeit gefüllte Ausstülpung, die meist über dem streckseitigen Endgelenk eines Fingers oder des Daumens entsteht. Sie steht direkt mit dem Gelenk in Verbindung und tritt häufig zusammen mit einer Arthrose des Fingerendgelenks auf.
Woran erkennt man eine Mukoidzyste?
Typisch ist eine sichtbare, meist rundliche Vorwölbung über dem Fingerendgelenk. Besteht die Zyste längere Zeit, kann sie auch das Wachstum des Fingernagels beeinflussen und beispielsweise eine längs verlaufende Rinne im Nagel verursachen.
Darf man eine Mukoidzyste selbst aufstechen?
Davon ist abzuraten. Durch die direkte Verbindung zum Gelenk können beim Aufstechen Bakterien eindringen und eine Gelenkentzündung verursachen. Außerdem wird dadurch die Ursache der Mukoidzyste nicht beseitigt, sodass keine dauerhafte Abheilung zu erwarten ist.
Wie wird eine Mukoidzyste operativ behandelt?
Bei der Operation werden die Mukoidzyste, die ausgedünnte Haut und der Verbindungsgang zum Gelenk entfernt. Zusätzlich werden kleine knöcherne Ausziehungen am Gelenk geglättet. Falls sich der entstandene Hautdefekt nicht direkt verschließen lässt, kann zur Deckung ein kleiner Hautverschiebelappen verwendet werden.
Wie lange dauert die Nachbehandlung?
Nach der Operation wird der Finger für etwa zwei Wochen mit einem Fingerschlauchverband geschützt. Nach rund zwei Wochen können in der Regel auch die Fäden entfernt werden. Die weitere Nachbehandlung richtet sich nach dem individuellen Heilungsverlauf.